Wechsel an der Spitze bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus im Bezirk Weser-Ems

Foto v.l.: SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag Johanne Modder, 60plus-Vorsitzende Regine Romahn und der bisherige 60plus-Vorsitzende Gerd Groskurt

„Wir müssen wachsam sein gegen die Populisten.“ Diesen eindringlichen Appell richtete der scheidende Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus Weser-Ems, Gerd Groskurt, an die 84 Delegierten der Bezirkskonferenz, die am Donnerstag, 28. Juni im „Bümmersteder Krug“ in Oldenburg tagte. Die Tradition der SPD sei eine Verpflichtung, denn diese politisch schwierige Zeit sei eigentlich die Zeit der Sozialdemokratie

„Wir dürfen nicht zittern und zagen, sondern müssen anpacken und Chancen ergreifen“, forderte Groskurt, der sein Amt aus persönlichen Gründen aufgab. Zu seiner Nachfolgerin wurde die Sozialwissenschaftlerin Regine Romahn aus Ihlow (SPD Unterbezirk Aurich)gewählt.

Groskurt appellierte an die SPD-Spitze, die Position der Arbeitsgemeinschaften auf Bundesebene nicht zu schwächen. In Weser-Ems sei die Anbindung an die Partei gut gelöst, weil nur eine Geschäftsstelle, nämlich die in Osnabrück die SPD-Senioren betreue. „Wir brauchen bei den Menschen, die älter als 60 Jahre sind, gute Wahlergebnisse, sonst kann die Partei keine Mehrheiten erzielen“, betonte Groskurt den Wert von 60plus für die SPD und richtete diese Mahnung auch an die SPD-Bezirksvorsitzende Johanne Modder, die als Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in Hannover über die Landespolitik berichtete. „Wir können uns in allen Wahlkämpfen auf 60plus verlassen“, lobte Modder die SPD-Senioren. Das habe sich auch im guten SPD-Ergebnis in Niedersachsen gezeigt. Auf Bundesebene sei die Situation wegen des Streits zwischen CDU und CSU derzeit schwierig, dafür aber laufe es in Niedersachsen gut. Sie nannte als herausragendes Beispiel die Beitragsfreiheit in den Kitas, die den Eltern deutlich mehr bringe als eine Kindergelderhöhung um 25 Euro. Als weitere wichtige Themen nannte sie die Hausärzteversorgung auf dem Land, Investitionen in die Krankenhäuser und den Wohnungsbau, damit auch Normalverdiener bezahlbaren Wohnraum finden können.

Anschließend arbeiteten sich die Delegierten durch ein dickes Antragspaket. Zu den Forderungen, die beschlossen wurden, gehört die Abschaffung der Krankenkassenbeiträge bei Zusatzrenten, der Appell an die SPD-Politiker in Bund und Land, die drohende Altersarmut abzuwenden und ein weiteres Absinken der Rentenansprüche zu verhindern, bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum zu schaffen, das Ehrenamt zu fördern, beispielsweise durch steuerliche Maßnahmen und  Budgets in den Kommunen, und die Situation in der Pflege zu verbessern durch die Einführung eines Pflegeschlüssels, der die körperliche und psychische Verfassung  sowie die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt.

Zuvor hatten die Delegierten den neuen Bezirksvorstand gewählt. Neben der neuen Vorsitzenden Regine Romahn gehören dem Gremium als stellvertretende Vorsitzende Horst Bohlen (Leer), Henry Joelifier (Osnabrück-Land), Alfred Korfhage (Emsland) und Wolfgang Weinert (Oldenburg-Stadt) an. Schriftführer ist erneut Rolf Dieter Werner. Hinzu kommen die Beisitzer, bei denen jeder Kreisverband bzw. Unterbezirk in Weser-Ems vertreten ist.